Karte zu Empfehlungen für selbstständige Fachleute mit Anlässen und Netzwerken
Bild: Freiberufswege

Auftragsgewinnung

Teil von Aufträge gewinnen: Kanäle, Nachweise und Preise für unabhängige Fachleute

Wie gewinne ich Aufträge über Empfehlungen als unabhängiger Fachleute?

Aufträge gewinnen über Empfehlungen: konkrete Anlässe, Kanäle wie IHK, HWK und BNI, Follow-up-Vorlagen, Kennzahlen und Beispielkosten von 0 bis 150 Euro monatlich.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Empfehlungen entstehen an drei AnlässenProjektabschluss, geretteter Engpass, Wechsel des Ansprechpartners.
  • Tragende Kanäle sind IHK-Arbeitskreise, Handwerkskammer-Treffen, der BFB, BNI-Chapter sowie Projektbörsen wie freelancermap und GULP.
  • Wer zwei weiterleitbare Sätze mitliefert, bekommt häufiger einen Kontakt.

Empfehlungsmarketing in Zahlen

  • 2–5 Std.Zeitaufwand pro Woche
  • 0–150 €Kosten pro Monat inkl. MwSt.
  • 3Anlässe für Empfehlungen
  • 4tragende Kanäle

Anlässe erkennen und die Bitte platzieren

Empfehlungen fallen nicht vom Himmel. Sie entstehen, wenn Ihre Arbeit gerade sichtbar ist. Der stärkste Anlass ist der Projektabschluss: Die Übergabe ist erledigt, das Ergebnis läuft. Ein zweiter Anlass ist der gerettete Engpass, etwa eine Frist, die Sie gehalten haben. Ein dritter ist der Wechsel des Ansprechpartners, weil Zuständigkeiten neu verteilt werden.

Drei Anlässe für die Bitte

Anlass

Projektabschluss
Übergabe erledigt
Geretteter Engpass
Frist gehalten
Wechsel Ansprechpartner
Zuständigkeit neu

Auslöser

Projektabschluss
Vorstellung per E-Mail
Geretteter Engpass
Offene Frage stellen
Wechsel Ansprechpartner
Kontakt dokumentieren

Bitte

Projektabschluss
Geretteter Engpass
Wechsel Ansprechpartner

Fragen Sie konkret: "Wer in Ihrem Umfeld arbeitet gerade an einem ähnlichen Thema?" Diese Frage ist leichter zu beantworten als die Frage nach einem Kunden. Bitten Sie um eine Vorstellung per E-Mail, nicht um eine Namensliste. Notieren Sie jeden Anlass mit Datum, Ergebnis und nächstem Kontakt.

Halten Sie die Bitte schriftlich fest, damit sie im Tagesgeschäft nicht untergeht.

Netzwerke und Plattformen, die Empfehlungen erzeugen

Regionale Strukturen liefern die Kontakte, aus denen Empfehlungen wachsen. Die Industrie- und Handelskammern (IHK) führen Fachausschüsse, Arbeitskreise und Unternehmerabende. Viele Häuser veröffentlichen ihre Themenfelder und Ausschüsse beim DIHK.

Handwerkskammern (HWK) bieten Betriebsberatung und regionale Treffen für Betriebsinhaber. Der Bundesverband Freier Berufe (BFB) bündelt Landesverbände und Fachtagungen. Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) arbeitet mit Regionalkreisen. Für Kooperationen mit jungen Unternehmen lohnt der Blick auf Startups und Scaleups im Bitkom.

Kostenpflichtige Empfehlungsnetzwerke wie BNI arbeiten mit festen Chapter-Gruppen, wöchentlichen Treffen und der Erwartung, Aufträge weiterzugeben. Der Mitgliedsbeitrag wird je Chapter festgelegt. Messen wie die Hannover Messe oder die IT-SA in Nürnberg liefern Erstkontakte; die Empfehlung entsteht danach im Gespräch.

Online ergänzen Projektbörsen das Netzwerk: freelancermap und freelance.de listen Projektanfragen, GULP verbindet IT-Freelancer mit Unternehmen. Profile auf LinkedIn und XING halten den Kontakt warm, ersetzen aber keine persönliche Vorstellung.

Der Ablauf in fünf Schritten

Die Reihenfolge ist wichtig: erst liefern, dann fragen. Wer vor dem Ergebnis um Empfehlungen bittet, wirkt bedürftig.

  1. Zielkunden festlegenBranche, Unternehmensgröße und typisches Problem.
  2. Anlass dokumentierenDatum, Ergebnis, Ansprechpartner, nächster Kontakt.
  3. Bitte stelleneine offene Frage statt einer allgemeinen Bitte.
  4. Vorlage nachreichenzwei Sätze, die Ihr Kontakt weiterleiten kann.
  5. Nachfassennach zwei Wochen freundlich erinnern, ohne Druck.

Follow-up-Vorlagen für die Praxis

Halten Sie drei Textbausteine bereit und passen Sie Namen und Anrede an.

Nach dem Projektabschluss: "Guten Tag Frau ..., die Zusammenarbeit hat mir Freude gemacht. Falls Ihnen jemand mit ähnlichem Bedarf begegnet, stelle ich mich gern in zehn Minuten vor."

Nach einer Weiterleitung: "Guten Tag Herr ..., Frau ... hat mir empfohlen, mich bei Ihnen zu melden. Sie arbeiten an einem ähnlichen Vorhaben, ich habe dazu ein vergleichbares Projekt umgesetzt. Passt ein kurzes Gespräch nächste Woche?"

Nach einer Absage: "Guten Tag Frau ..., danke für die offene Rückmeldung. Ich melde mich in drei Monaten wieder, wenn der Bedarf konkreter wird."

Kennzahlen und ein Rechenbeispiel

Vier Kennzahlen genügen für den Anfang. Die Weiterempfehlungsrate zeigt den Anteil der Projekte, aus denen mindestens eine Vorstellung entsteht. Die Abschlussquote aus Empfehlungen liegt häufig höher als bei Kaltakquise. Die Zeit bis zur ersten Empfehlung misst den Anlauf, die Zahl der aktiven Kontakte zeigt, ob Ihr Netzwerk trägt.

Tragen Sie die Werte in eine einfache Tabelle ein: Quartal, Kontakte, Empfehlungen, Aufträge, Umsatz. Prüfen Sie diese Zahlen quartalsweise. Sinkt die Weiterempfehlungsrate, fehlt meist der Kontakt nach dem Projekt.

Beispielrechnung: Sie investieren drei Stunden pro Woche, also zwölf Stunden im Monat, und zahlen 29 Euro monatlich inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer für ein Buchungstool. Aus 20 gepflegten Kontakten entstehen vier Empfehlungen, daraus zwei Aufträge. Bei 3.000 Euro netto je Auftrag ergibt das 6.000 Euro Umsatz. Die Werkzeugkosten liegen bei 348 Euro im Jahr inklusive Mehrwertsteuer. Wer nur kostenlose Kanäle nutzt, startet bei 0 Euro monatlich.

Wie Angebote und Honorare bei IT-Freelancern kalkuliert werden, beschreibt das Freelancer-Wissen von GULP.

Häufige Fragen

Wie oft darf ich um eine Empfehlung bitten?

Nach jedem abgeschlossenen Projekt ist eine Bitte angemessen, nicht nach jedem Telefonat. Ein Abstand von vier bis sechs Wochen wirkt nicht aufdringlich.

Was kostet Empfehlungsmarketing?

Zwischen 0 und 150 Euro monatlich inklusive Mehrwertsteuer. Kostenlos sind Kammertermine, Wirtschaftsjunioren und Kundenkontakte. Bezahlt sind Netzwerkbeiträge, Messetickets oder ein Buchungstool.

Wie viel Zeit brauche ich pro Woche?

Rechnen Sie mit 2 bis 5 Stunden. Darin stecken Termine, Nachfassen und Dokumentation. Ohne festen Kalendereintrag versickert die Zeit im Tagesgeschäft.

Lohnt sich ein bezahltes Netzwerk?

Prüfen Sie, ob die Mitglieder Ihre Zielkunden sind und ob echte Weiterleitungen belegt werden. Fragen Sie vor dem Beitritt nach Beispielen aus den letzten zwölf Monaten.

Was tun, wenn aus einer Empfehlung kein Auftrag wird?

Bedanken Sie sich beim Empfehlenden und halten Sie den Kontakt. Bitten Sie nach sechs bis acht Wochen um eine weitere Vorstellung.

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