Auftragsgewinnung

Projektabläufe planen: Phasen, Meilensteine und Übergaben für Solo-Selbstständige

Projektabläufe planen für Solo-Selbstständige: fünf Phasen, Etappenziele, Übergaben und Abnahmen, Planungsanteil, Puffer in Euro, Normen und Werkzeuge.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Fünf Phasen gliedern den Ablauf: Klärung, Planung, Umsetzung, Übergabe, Abschluss.
  • Für die Planung sind 10 bis 20 Prozent der Projektzeit üblich, bei 20 Arbeitstagen also 2 bis 4 Tage.
  • Jedes Etappenziel braucht Termin, Ergebnis und Abnahmekriterium.
  • Ein Puffer von 15 Prozent gehört als Eurobetrag ins Angebot, nicht als stiller Zuschlag.
  • Übergabe und Abnahme werden mit Datum, Umfang und offenen Punkten protokolliert.

Die fünf Phasen in der Reihenfolge der Abarbeitung

Ein Projektablauf folgt auch ohne Team derselben Logik. Zuerst klärst du den Auftrag, danach planst du den Ablauf, dann arbeitest du die Leistung ab, anschließend übergibst du das Ergebnis und zum Schluss rechnest du ab. Jede Phase endet mit einem prüfbaren Ergebnis.

Diese Reihenfolge schützt dich vor der häufigsten Störung im Alleingang. Wer während der Umsetzung noch über Umfang und Honorar verhandelt, verliert Zeit und Verhandlungsmacht. Umfang, Preis und Termine gehören deshalb in die erste Phase, nicht in die dritte.

Phase eins, die Auftragsklärung. Im Erstgespräch legst du Ziel, Umfang, Ausschlüsse, Budget und Terminrahmen fest. Eine Sitzung von 60 bis 90 Minuten genügt meist. Danach brauchst du einen halben bis einen ganzen Arbeitstag für das schriftliche Angebot. Ergebnis ist ein Leistungsverzeichnis mit Preis und Laufzeit.

Der Kunde gibt das Angebot schriftlich frei, per E-Mail genügt. Erst mit dieser Freigabe beginnt die Planung. Fehlt sie, arbeitest du auf eigenes Risiko und kannst Aufwand später schwer begründen.

Phase zwei, die Planung. Du zerlegst die Leistung in Arbeitspakete, ordnest Termine und Abhängigkeiten zu und legst die Etappenziele fest. Für diesen Schritt planst du 10 bis 20 Prozent der gesamten Projektzeit ein. Ergebnis ist ein Ablaufplan mit Terminen, Zuständigkeiten und Abnahmekriterien.

Phase drei, die Umsetzung. Du arbeitest die Pakete in der geplanten Reihenfolge ab und meldest den Fortschritt in festen Abständen. Ein fester Termin am Freitagnachmittag, 30 Minuten, reicht für die meisten Projekte. Ergebnis je Paket ist eine lieferbare Teilleistung, die der Kunde ansehen kann.

Änderungswünsche während der Umsetzung laufen über ein Nachtragsverfahren mit eigener Kalkulation. Du sammelst sie in einer Liste und bearbeitest sie in der Reihenfolge ihres Eingangs. So bleibt die laufende Arbeit ungestört.

Phase vier, Übergabe und Abnahme. Du lieferst das Ergebnis vollständig, der Kunde prüft innerhalb einer vereinbarten Frist und erklärt die Abnahme. Ergebnis ist ein Abnahmeprotokoll mit Datum und Unterschrift. Ohne diesen Schritt bleibt die Schlussrechnung angreifbar.

Phase fünf, der Abschluss. Du stellst die Schlussrechnung, archivierst die Unterlagen und vergleichst Soll und Ist. Ergebnis ist eine Nachkalkulation, die zeigt, wo der Aufwand vom Plan abwich. Diese Auswertung ist die Grundlage für das nächste Angebot.

Phase Typische Dauer Ergebnis Freigabe durch
Auftragsklärung 1 bis 3 Arbeitstage Leistungsverzeichnis und Angebot Kunde
Planung 10 bis 20 Prozent der Projektzeit Ablaufplan mit Etappenzielen Kunde
Umsetzung 60 bis 75 Prozent der Projektzeit Teilleistungen und Statusmeldungen du
Übergabe und Abnahme 5 bis 10 Prozent der Projektzeit Abnahmeprotokoll Kunde
Abschluss 1 bis 2 Arbeitstage Rechnung und Nachkalkulation du

Zwischen den Phasen liegen feste Übergänge. Am Ende der Klärung steht die Auftragsbestätigung, am Ende der Planung die Startfreigabe, am Ende der Umsetzung die Lieferung, am Ende der Abnahme die Rechnungsstellung. Markierst du diese vier Punkte im Kalender, siehst du auf einen Blick, wo ein Projekt steht.

Zuständigkeiten und Termine im Ablaufplan

In Solo-Projekten trägt der Kunde mehr Verantwortung als im Teamprojekt. Es gibt keine Kollegen, die Inhalte, Daten oder Freigaben beisteuern. Deshalb gehört in jeden Ablaufplan eine Spalte mit der Zuständigkeit. Ohne sie bleibt offen, wer liefert und wer prüft.

Typische Zuarbeiten des Kunden sind Inhalte, Datenbestände, Zugänge, Ansprechpersonen und Freigaben. Notiere für jede Zuarbeit ein Datum, das vor deinem eigenen Termin liegt. Plane mindestens drei Arbeitstage Vorlauf ein, damit Nachfragen möglich bleiben.

Gerät ein Termin in Gefahr, informierst du sofort und nicht am Fälligkeitstag. Ein kurzer Hinweis mit neuem Terminvorschlag und der Wirkung auf die Folgetermine genügt. Die Verantwortung für die Verzögerung bleibt damit beim Verursacher.

Arbeitest du an zwei Projekten parallel, planst du feste Blöcke pro Projekt in der Woche. Wechsel zwischen Vorhaben kosten Rüstzeit, die in keiner Kalkulation auftaucht. Zwei halbe Tage pro Projekt laufen ruhiger als fünf kurze Wechsel.

Der Ablaufplan bleibt ein Arbeitsmittel und keine Veröffentlichung. Er darf Lücken und Annahmen enthalten, solange du sie kennzeichnest. Vor der Kundenfreigabe entfernst du interne Notizen und Honorarangaben.

Normen als gemeinsamer Wortschatz

Die DIN 69901 beschreibt Begriffe und Vorgehensmodelle des Projektmanagements im deutschsprachigen Raum. Sie liefert die Definitionen, mit denen du im Angebot eindeutig formulierst, etwa für Phase, Arbeitspaket und Abnahme. Einen Überblick über die zuständigen Gremien gibt die Liste der DIN-Normenausschüsse.

Die ISO 21500 gibt einen internationalen Rahmen und ordnet Prozessgruppen den Phasen zu. Für Angebote an öffentliche Auftraggeber oder an größere Unternehmen ist der Verweis auf beide Regelwerke nützlich. Einkaufsabteilungen kennen diese Begriffe und prüfen Angebote danach.

Für Solo-Selbstständige sind die Normen kein Zertifizierungsprogramm, sondern ein Wortschatz. Du übernimmst die Begriffe und lässt die umfangreichen Vorlagen weg. Ein Ablaufplan mit fünf Phasen, klaren Ergebnissen und Fristen erfüllt den Zweck im Alltag.

Wer die Normen im Angebot nennt, sollte sie auch einhalten. Prüfe vor dem Versand, ob deine Phasenbezeichnungen zu den verwendeten Begriffen passen. Ein Verweis auf ein Regelwerk ohne Bezug zur eigenen Leistung wirkt zufällig.

Etappenziele festlegen: Termin, Ergebnis, Abnahmekriterium

Ein Etappenziel ist ein Punkt im Ablauf, an dem eine Teilleistung vorliegt und geprüft wird. Es hat drei Bestandteile: ein Datum, ein sichtbares Ergebnis und ein Kriterium für die Prüfung. Fehlt einer der drei Teile, entsteht ein Zwischenstand ohne Bewertungsmaßstab.

Setze pro Projektmonat zwei bis vier solcher Punkte. Bei einem Konzeptprojekt über sechs Wochen sind das drei: Gliederung, Rohfassung, Endfassung. Für jeden Punkt bekommt der Kunde eine Prüffrist von drei bis fünf Arbeitstagen. Diese Frist gehört in den Vertrag.

Formuliere das Ergebnis mit einem Substantiv und einer Menge: Gliederung mit zehn Überschriften, nicht Konzept besprochen. So dauert die Prüfung Minuten statt Stunden. Notiere außerdem, welche Zuarbeit du für den Punkt brauchst, etwa Daten, Texte oder eine Freigabe.

Der wichtigste Punkt liegt am Übergang von der Planung in die Umsetzung. Erst wenn Konzept und Terminplan freigegeben sind, beginnst du mit der eigentlichen Arbeit. Diesen Punkt nennst du Startfreigabe und hältst das Datum im Ablaufplan fest.

Ein Etappenziel ohne Datum bleibt ein Wunsch. Trage jeden Termin in den Kalender ein und setze eine Erinnerung zwei Arbeitstage vorher. So bleibt Zeit, fehlende Zuarbeiten anzumahnen, bevor der Termin reißt.

Nach jedem erreichten Punkt notierst du zwei Sätze im Projektprotokoll: was vorliegt und was als Nächstes passiert. Diese Notiz ist später die Grundlage für Statusbericht, Abnahme und Rechnung. Sie kostet zwei Minuten und spart Nachfragen.

Bei mehr als vier Etappenzielen steigt der Abstimmungsaufwand schneller als der Nutzen. Fasse kleine Teilleistungen zu einem Punkt zusammen. Für ein Projekt unter zehn Arbeitstagen genügt ein einziger Punkt zur Startfreigabe.

Übergabe und Abnahme trennen

Übergabe und Abnahme sind zwei getrennte Vorgänge. Bei der Übergabe lieferst du das Ergebnis, bei der Abnahme bestätigt der Kunde, dass es der Vereinbarung entspricht. Wer beide Schritte zusammenlegt, verliert die Möglichkeit, offene Punkte nachzusteuern.

Vor der Übergabe prüfst du anhand einer Liste, ob alle Bestandteile vollständig sind: Dateien, Zugänge, Dokumentation, Quelltexte. Diese Liste geht mit der Lieferung an den Kunden, damit er den Eingang bestätigen kann. Ein zweiter Durchgang mit fehlenden Teilen kostet Stunden ohne Honorar.

Für die Abnahme setzt du eine Frist von fünf bis zehn Arbeitstagen. Läuft sie ohne Rückmeldung ab, gilt das Ergebnis als abgenommen, wenn der Vertrag diese Regel enthält. Ohne eine solche Klausel bleibt die Abnahme offen und die Rechnung angreifbar.

Das Abnahmeprotokoll enthält Datum, Umfang, offene Punkte und deren Fristen. Offene Punkte behandelst du wie die Hauptleistung, mit verantwortlicher Person, Termin und Umfang. Nachbesserungen bis 30 Minuten erledigst du ohne Nachtrag, damit das Verfahren kurz bleibt.

Teilabnahmen helfen bei langen Projekten. Du lieferst Abschnitt für Abschnitt und lässt jeden Abschnitt einzeln abnehmen. Damit sinkt das Risiko, am Ende eine große Lieferung auf einmal prüfen zu lassen. Die Schlussrechnung stützt sich dann auf mehrere bestätigte Teile.

Notierst du den Fortschritt in Asana Work Management, entsteht der Statusbericht für die Übergabe aus den abgeschlossenen Aufgaben. Das spart die doppelte Erfassung von Aufgaben, Terminen und Ergebnissen.

Nach dem Versand der Lieferung wartest du die Frist ab. Nach der Hälfte der Frist erinnerst du einmal schriftlich an die Prüfung. Bleibt eine Antwort aus, weist du auf die vereinbarte Regel zur Abnahme hin und setzt eine Nachfrist von fünf Arbeitstagen.

Planungsanteil von 10 bis 20 Prozent

Die Planung ist der Teil, den Solo-Selbstständige am häufigsten zu knapp ansetzen. Wer 30 Stunden Umsetzung plant und keine Zeit für Gliederung und Terminplan vorsieht, arbeitet am Ende gegen den eigenen Termin. Als Faustregel gilt: 10 bis 20 Prozent der Projektzeit entfallen auf die Planung.

Bei einem Projekt von 20 Arbeitstagen sind das 2 bis 4 Tage. Diese Zeit umfasst Arbeitspaketbildung, Terminplanung, Festlegung der Etappenziele und Abstimmung mit dem Kunden. Akquise und Erstgespräch zählen nicht dazu, sie gehören in die Rubrik Auftragsgewinnung.

Die Höhe des Anteils hängt von der Neuheit der Aufgabe ab. Wiederholst du ein bekanntes Leistungsangebot, reichen 10 Prozent. Bei einem neuen Leistungsbild mit unklarer Datenlage sind 20 Prozent realistisch. Für diese Einschätzung genügt ein Blick in die eigene Nachkalkulation.

Eine zweite Faustregel betrifft die Umsetzung: 60 bis 75 Prozent der Projektzeit. Für Übergabe, Abnahme und Abschluss bleiben 15 bis 30 Prozent. Die Anteile summieren sich immer auf 100 Prozent, auch wenn die Verteilung von Projekt zu Projekt schwankt.

Für Terminpläne mit Abhängigkeiten brauchst du ein Werkzeug mit Balkenplan. Microsoft 365 Project zeigt, welche Aufgabe sich verschiebt, wenn eine vorhergehende später endet. Das ist der Kern jeder Terminsteuerung im Alleingang.

Arbeitstage
Klein 10
Mittel 20
Groß 40
Show the numbers
Klein10
Mittel20
Groß40

Die Tabelle zeigt, wie stark der Unterschied zwischen beiden Werten wirkt. Bei 40 Arbeitstagen liegen vier Arbeitstage zwischen knapper und gründlicher Planung. Diese vier Tage holst du während der Umsetzung meist doppelt zurück.

Puffer mit 15 Prozent in Euro kalkulieren

Ein Puffer ist kein Zeitzuschlag im Kalender, sondern ein Betrag im Angebot. 15 Prozent auf den Nettoaufwand sind ein üblicher Wert für Projekte mit begrenzter Datenlage. Er deckt Nachbesserungen, zusätzliche Abstimmungsrunden und kleine Verzögerungen ab.

Beispielrechnung für einen Solo-Selbstständigen mit einem Tagessatz von 800 Euro netto, Projektdauer vier Monate, Stand der Kalkulation 2025. Alle Beträge sind Nettobeträge zuzüglich 19 Prozent Umsatzsteuer.

  1. Aufwand schätzen: 20 Arbeitstage für Umsetzung, Abstimmung und Dokumentation.
  2. Honorar ohne Puffer: 20 Tage mal 800 Euro netto gleich 16.000 Euro netto.
  3. Puffer berechnen: 15 Prozent von 16.000 Euro gleich 2.400 Euro netto, das entspricht 3 Arbeitstagen.
  4. Nettosumme bilden: 16.000 Euro plus 2.400 Euro gleich 18.400 Euro netto.
  5. Umsatzsteuer aufschlagen: 19 Prozent von 18.400 Euro gleich 3.496 Euro, Bruttobetrag 21.896 Euro.

Den Puffer weist du im Angebot als eigene Position aus, mit einer Regel für nicht verbrauchte Anteile. Verfällt er, entsteht ein zusätzlicher Erlös. Wird er gutgeschrieben, sinkt die Schlussrechnung. Beides ist besser als eine Verhandlung über den Tagessatz.

Für Zeitpuffer im Kalender gilt ein anderer Wert. Zwischen zwei Projekten planst du eine Woche ohne Kundentermine ein, damit Verschiebungen nicht auf das Folgeprojekt durchschlagen. Diese Woche kostet Umsatz und gehört deshalb in die Jahresplanung.

Prüfe den Puffer nach jedem Projekt. Liegt der Verbrauch dauerhaft unter 10 Prozent, kannst du den Satz senken. Liegt er über 20 Prozent, stimmt die Aufwandsschätzung nicht. Dann korrigierst du die Schätzmethode, bevor du das nächste Angebot abgibst.

Ein Puffer ersetzt keine Risikoposition. Bei unbekannter Datenlage oder Abhängigkeit von Dritten kalkulierst du zusätzlich einen Betrag für Risiken. Diesen Betrag trennst du im Angebot vom Puffer, damit der Kunde die Positionen unterscheiden kann.

Werkzeuge für Terminplan und Statusmeldungen

Für Solo-Selbstständige reichen drei Arten von Werkzeugen: eine Aufgabenliste, ein Board und ein Terminplan mit Abhängigkeiten. Welches Werkzeug du wählst, hängt davon ab, ob du Termine, Aufgaben oder beides steuerst.

Eine Aufgabenliste ordnet die Arbeit nach Fälligkeit. Für ein Projekt mit zwei Etappenzielen und zehn Aufgaben genügt eine Tabelle mit sechs Spalten. Sie heißen Aufgabe, Termin, Dauer, Ergebnis, Zuständigkeit und Status.

Ein Kanban-Board zeigt den Weg einer Aufgabe durch die Spalten, etwa von offen über in Arbeit bis freigegeben. Die Kanban-Boards von Trello lassen sich ohne Einarbeitung aufsetzen und passen zu wiederkehrenden Leistungen mit gleichbleibenden Schritten.

Für Abläufe mit vielen Abhängigkeiten brauchst du einen Balkenplan mit Vorgängen, Dauern und Verknüpfungen. Ein Listenwerkzeug zeigt dann nicht mehr, welche Aufgabe eine andere blockiert. Der Wechsel lohnt sich ab etwa 30 Vorgängen oder drei parallelen Arbeitssträngen.

Wichtiger als das Werkzeug ist die Regel, wann du es aktualisierst. Setze einen festen Termin pro Woche, an dem du Aufgaben, Termine und Status nachträgst. Ein Plan, der vier Wochen alt ist, hilft bei keiner Entscheidung.

Halte das Werkzeug frei von internen Notizen zum Honorar. Gibst du Kunden Zugriff, sollen sie Aufgaben, Ergebnisse und Freigaben sehen. Deine Kalkulation und interne Kommentare bleiben in einem getrennten Bereich.

Statusberichte schreibst du nach derselben Vorlage: erledigt, laufend, blockiert, nächste Schritte. Diese vier Zeilen passen in eine E-Mail und ersetzen jede Rückfrage per Telefon. Beim Kunden bleiben damit Fortschritt und offene Punkte nachvollziehbar.

Änderungen und Nachträge im laufenden Ablauf

Änderungen gehören zum Ablauf und dürfen den Plan nicht sprengen. Vereinbare vorab, dass jede Erweiterung des Umfangs schriftlich angefordert und einzeln bepreist wird. Ein Nachtragsverfahren mit drei Schritten hält das Projekt steuerbar.

Schritt eins: Die Anforderung kommt schriftlich, per E-Mail genügt, mit Beschreibung und Wunschtermin. Schritt zwei: Du schätzt Aufwand und Auswirkung auf die Termine und legst ein Angebot vor. Schritt drei: Der Kunde bestätigt schriftlich, danach beginnst du die Arbeit.

Ohne Bestätigung startest du nicht. Diese Regel schützt beide Seiten vor Missverständnissen über Umfang und Preis. Bei kleinen Änderungen unter 30 Minuten trägst du den Aufwand selbst und notierst ihn im Projektprotokoll.

Ein Nachtrag verlängert den Puffer nicht automatisch. Nimmst du ihn an, verschiebt sich in der Regel der Endtermin, oder du nimmst eine andere Leistung heraus. Diese Entscheidung triffst du mit dem Kunden und hältst sie schriftlich fest.

Sammle Änderungswünsche, statt sie sofort einzuarbeiten. Bearbeite sie in der Reihenfolge ihres Eingangs und in einem festen Zeitfenster pro Woche. Das hält die laufende Arbeit zusammen und macht den Zusatzaufwand sichtbar.

Zusammenarbeit mit jungen Auftraggebern

Junge Unternehmen arbeiten mit kurzen Entscheidungswegen und wechselnden Anforderungen. Für dich heißt das: Der Umfang muss schriftlich fixiert sein, bevor die Arbeit beginnt. Sonst wächst das Projekt mit der Organisation mit.

Der Bitkom veröffentlicht Themen und Hinweise zu Startups und Scaleups in der Digitalwirtschaft. Ein Blick in diese Übersicht hilft bei der Frage, welche Vertrags- und Abrechnungsformen Kunden aus dieser Branche gewohnt sind.

Vereinbare in solchen Projekten kurze Abrechnungsintervalle, etwa monatlich nach Aufwand oder nach erreichten Etappenzielen. Lange Zahlungsziele passen nicht zu kurzen Planungshorizonten. Ein Abschlag pro Etappenziel verteilt das Risiko auf beide Seiten.

Häufige Fragen

Wie viele Etappenziele braucht ein Projekt?

Für Projekte bis zu einem Monat reichen zwei bis vier Punkte. Bei längeren Vorhaben setzt du pro Monat zwei bis vier und legst für jeden Termin, Ergebnis und Abnahmekriterium fest.

Wie lang darf die Prüffrist für eine Abnahme sein?

Vereinbare fünf bis zehn Arbeitstage. Läuft die Frist ohne Rückmeldung ab, gilt das Ergebnis als abgenommen, wenn diese Regel im Vertrag steht. Ohne Klausel bleibt die Abnahme offen.

Welche Normen gelten für Projektabläufe in Deutschland?

Die DIN 69901 definiert Begriffe und Vorgehensmodelle, die ISO 21500 ordnet Prozessgruppen den Phasen zu. Beide sind Rahmenwerke und keine Pflicht für Einzelunternehmer.

Wie hoch sollte der Puffer im Angebot sein?

15 Prozent auf den Nettoaufwand sind ein üblicher Startwert. Bei bekannter Aufgabe und sicheren Daten reichen 10 Prozent, bei neuen Aufgaben mit offenen Anforderungen sind 20 Prozent angemessen.

Was gehört in ein Übergabeprotokoll?

Datum, gelieferte Bestandteile, Empfänger, offene Punkte mit Frist und die Unterschrift beider Seiten. Fehlt die Unterschrift, genügt eine schriftliche Bestätigung per E-Mail.

In diesem Leitfaden

  1. Projektabläufe planen mit 6 Schritten für Solo-SelbstständigeProjektabläufe planen mit 6 Schritten: Zielklärung, Arbeitspakete, Zeitplan, Puffer, Werkzeuge und Abnahme, mit Beispielpuffern und Stundensätzen.
  2. Wasserfall oder agiles Vorgehen im Vergleich für FreiberuflerWasserfall, V-Modell XT, PRINCE2 gegen Scrum, Kanban und Extreme Programming: Vergleich für Freiberufler mit Zuschlägen für Änderungen und Abrechnung.
  3. Ablaufplan: Übergaben und Abnahmen im Projekt festhaltenAblaufplan für Übergaben und Abnahmen: Fristen von 3 bis 10 Arbeitstagen, Abnahmekriterien, Formulare, BGB, VOB/B und Einbehalte von 5 bis 10 Prozent in Euro.

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